STILL I Hannah Bohnen, Olga Jakob und Lucia Szych

Am 10.02.24, 18 Uhr, eröffnet der KVFB seine erste Ausstellung in 2024.

 

Unter dem Titel still führt die von Kim-André Schulz und Jens Ertelt kuratierte Ausstellung die drei künstlerischen Positionen von Hannah Bohnen, Olga Jakob und Lucía Szych zusammen, die vielfältig mit den Themen Raum, Bewegung und Klang verbunden sind.

 

Hannah Bohnen (*1989)

 

Meine Skulpturen, Oberflächen und Installationen setzen sich mit Bewegungsphänomenen, die unser tägliches Leben durchdringen, auseinander.“ – Hannah Bohnen

 

Eine kurze, unwillkürliche Geste, ein beiläufig entstandener Strich auf Papier – solche alltäglichen und oft flüchtigen Bewegungen sind es, für die sich Hannah Bohnen interessiert. In ihren künstlerischen Werken übersetzt die ausgebildete Tänzerin Bewegung in eine bildnerische Form. Dabei bedient sie sich unterschiedlicher Medien: Malerei, Skulptur, Installation. 

 

Einfache, klare Linien in geschwungenen Formen sind ein wiederkehrendes Motiv in ihren Werken. So auch in der Serie der „Telephone Drawings“, die auf Kritzeleien beruhen, die ganz nebenbei beim Telefonieren entstehen. Dieses Interesse für vordergründig Nebensächliches spiegelt sich auch in ihren Gipsplastiken wider, die wie zufällig zusammengefaltete Stoffbahnen wirken, beiläufig im Ausstellungsraum platziert – zugleich aber auf klassische Fragestellungen der Bildhauerei verweisen. 

 

 

Lucía Szych (*1987)

 

Durch Zeichnungen und Installationen versuche ich, den Raum, der mich umgibt, zu erfassen.“ – Lucía Szych

 

In Lucía Szychs künstlerischer Arbeit geht es um Spuren – Spuren von Momenten, welche die Künstlerin in ihren Werken festhält, um den Geschichten, die mit ihnen verbunden sind, nachzuspüren. So auch bei den „Soundwalks“, für die sie bei Spaziergängen an verschiedenen Orten in Berlin Tonaufnahmen aufzeichnet. Diese bilden den Ausgangspunkt für eine Serie von Zeichnungen und Videos, die das Erlebte in abstrahierter Form festhalten und Fragen nach Zeitlichkeit und Erinnerung aufwerfen. Auch bei der Entstehung der Radierungen aus der Werkreihe „Alphabet of Distances“ spielt Sound eine wichtige Rolle – der Klang von 26 Wörtern versetzt das Material, mit Hilfe dessen die Grafiken entstehen, in Schwingungen und wird so zu einem entscheidenden Teil des bildnerischen Prozesses.

 

 

Olga Jakob (*1985)

 

Mein Fokus liegt besonders auf Textilien. Mit keinem anderen Material ist der Mensch täglich so lange in Berührung.“ – Olga Jakob

 

Olga Jakob verändert vorhandene Materialien, fügt sie neu zusammen, bricht glatte Strukturen in poröse Oberflächen auf und erweitert sie räumlich. Ihr Bezugspunkt ist dabei stets die Malerei, deren Bedingungen und Möglichkeiten sie in ihren Arbeiten auslotet. Etwa indem Sie Stoffe in Bahnen um einen Keilrahmen spannt, übereinander legt – wie Schichten eines Ölgemäldes – und dabei den Blick des Betrachters auf die Räume vor, hinter und zischen den Bildebenen lenkt. Je nach Standpunkt ergeben sich dabei eine Vielzahl an möglichen Bildeindrücken. Für die Serie der Reliefbilder verwendet die Künstlerin Seidenpapier, das häufig als Füll- und Verpackungsmaterial genutzt wird, und vernäht dieses so miteinander, dass dreidimensionale Strukturen entstehen, die bewusste und zufällige bildnerische Entscheidungen miteinander verknüpfen.

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Broschüre zur Ausstellung
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