25.09. - 18.10.2015 . Rafael Herlich . Fotografie

SEHNSUCHT . JÜDISCHES LEBEN IN DEUTSCHLAND


Unter dem Namen Sehnsucht ist im Kunstverein die ergreifende Spurensuche nach Herlichs polnisch-jüdischer Vergangenheit in den polnischen Städten Warschau und Krakau, aber auch in den Vernichtungslagern Auschwitz und Treblinka zu sehen.


Parallel hierzu werden im Kreishaus am Friedberger Europaplatz Arbeiten aus Herlichs Serie Jüdisches Leben in Deutschland - weiterleben - weitergeben gezeigt, die eindrucksvolle Einblicke geben in die jüdische Alltags- und Lebenswelt, Religion und religiöse Praxis, Juden im politischen Leben, Feiertage, Erinnerung und Gedenken. Dabei steht die Jetzt-Kultur der heute in Deutschland lebenden Juden im Vordergrund.


Die Präsentation der Arbeiten fällt in ein geschichtsträchtiges Jahr: Vor 70 Jahren wurde das Vernichtungslager Auschwitz befreit. Die Begründung der diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland liegt 50 Jahre zurück.


Bewusst wurde mit der zeitlichen Präsentation seiner Arbeiten in Friedberg die Zeit vor und während Sukkot, das traditionelle jüdische Laubhüttenfest, gewählt. Damit verbunden ist, über die Bedeutungen dieser Feiertage hinaus, das Erntedankfest einerseits und die Erinnerung Israels an die Wüstenzeit nach dem Auszug aus Ägypten, der Verweis auf das Hochhalten jüdischer Tradition nicht nur in Israel, sondern weltweit und selbstredend auch in den vielen jüdischen Gemeinden Deutschlands und Hessens, etwa in Frankfurt und Wiesbaden oder dem benachbarten Bad Nauheim.