08.11. - 14.12.2014 . Ted Green & Daniel Man . Hangover Gardens

In der Ausstellung Hangover Gardens leben die Künstler Ted Green und Daniel Man erstmalig in einer Coproduktion ihre Affinität zum Installativen aus und stellen eine gemeinsame Frage: Wo endet die Zeichnung und wo fängt der Raum an?

 

Eine Antwort darauf findet der Besucher in der eigens für den Friedberger Kunstverein konzipierten, raumfüllenden Gemeinschaftsinstallation der beiden Künstler, die zugleich als dreidimensionale Ausweitung ihrer jeweiligen Bildsprachen zu verstehen ist.

 

Ted Greens Cutouts in Form verschlungener Barock- und Informell-Elemente treffen hier auf die geometrischen Konstrukte von Daniel Man. In dieser gelungenen Symbiose überträgt Daniel Man die zweidimensionale Zeichnung mit einer bildlichen Holzkonstruktion in den Raum hinein, während sich Ted Greens zeichnerische Arbeit bereits im Entstehen zu dreidimensionalen Werken entfaltet.

 

Auf den ersten Blick scheint der Betrachter konfrontiert mit einem nahezu überbordenden Bilderkosmos von expressiver Farbigkeit und Dynamik. Und doch folgen die Raumelemente aus unterschiedlichen Medien einer organischen und schwarmähnlichen Komposition. Der Betrachter wird aufgefordert, sich im Raum neu zu verorten und dabei, im fast wörtlichen Sinn, 'Zusammenhänge' herzustellen.

 

Ted Green

Ted Green erforscht als Maler den Raum zwischen gegenstandsloser und figurativer Kunst. Der Inhalt der Bilder hat keine direkte Verbindung zu der vertrauten Außenwelt, sondern soll vielmehr eine Atmosphäre, nicht klar definierbare Sinnesempfindungen hervorrufen. Sein visuelles Vokabular speist sich aus verschiedenen Quellen, so wird in Greens Arbeit beispielsweise die Neigung zu seinem naturwissenschaftlichen Ausgangspunkt deutlich.

 

Seit Ende 2009 experimentiert der Künstler mit symmetrischen Spiegelungen. Die rhythmischen Wiederholungen von gespiegelten Formen und Mustern in Greens Arbeiten sind dabei oftmals den Körperbauplänen von Lebewesen nachempfunden. Als Grundstruktur von Ordnung stellen sie einen Kontrast zu dem universellen Chaos dar. Seine Verwendung von Zufallsprinzipien in Form von ausgewürfelten Malbefehlen in Bezug auf Farbe und Form wird durch ein systematisches Multiple-Choice-Verfahren gebändigt. In Greens, mit einer heftigen Portion skurriler Verzierung übersäten künstlerischen Welt trifft ausschweifende, barocke Formgebung auf die überladene Bilderflut der Gegenwart.

 

Daniel Man

„Daniel Man reagiert mit seinen ortsgebundenen Arbeiten auf den Verlust räumlicher und kultureller Orientierung als Folge der globalen Mobilisierung. Man arbeitet in situ und gestaltet ganze Ausstellungsräume oder zumindest den für seine Werke bestimmten Ausstellungsort umfassend. Dazu gehören in der Regel Leinwände und/oder Scherenschnitte, Skulpturen sowie abstrakte Wandmalereien.

 

Diese unterschiedlichen Medien setzt er in einen formalen Zusammenhang, indem er bestimmte Formen und Farben in den verschiedenen Werken variiert. Zugleich basieren seine Arbeiten – angelehnt an die chinesische Philosophie – auf dem Prinzip von These und Antithese. Kräftige, nuancierte Farben werden mal kontrastierend, mal harmonisierend kombiniert, geometrische Formen stehen amorphen, organischen Strukturen gegenüber, abstrakte Elemente treffen auf figurative Darstellungen, Text und Bild treten in Kontakt. Diese konzeptionelle Ausrichtung korrespondiert wiederum mit einem inhaltlichen Schwerpunkt seines Werkes, mit der Darstellung von Transfer-Situationen. Die gewählten Motive zeigen, dass Daniel Mans Überlegungen um die Prozesse von Veränderung, Verschiebung, Wachstum und um darin enthaltene Zwischenstadien kreisen (...).“ Aus: Anne Vieth, “ADDICTED TO WALLS”, 2014

 

Besucher haben vom 11.10. bis zum 19.10. Gelegenheit, die Ausstellung täglich von 14 bis 18 Uhr zu besuchen.